Island hat keine Eisenbahn, also reist du im Land auf der Straße oder mit dem Flugzeug. Wie du dich fortbewegst, hängt von der Jahreszeit, deinem Budget und davon ab, wie weit in die Wildnis du gelangen willst. Hier ein Überblick über die wichtigsten Möglichkeiten und praktische Tipps zu jeder.
Mietwagen – die größte Freiheit
Für die meisten Besucher ist ein Mietwagen die beste Lösung. Du bestimmst Tempo und Route selbst und erreichst Orte, die kein Bus anfährt.
- Für die Ringstraße und das Tiefland reicht im Sommer oft ein normaler Pkw.
- Für das Hochland und die F-Straßen brauchst du einen Allradwagen (4x4) – das ist Vorschrift und Versicherungssache.
- Campervans verbinden Fahrzeug und Unterkunft und sind im Sommer sehr beliebt.
- Tanke, wann immer du kannst; auf abgelegenen Strecken liegen die Tankstellen weit auseinander. Manche Selbstbedienungssäulen verlangen eine Karte mit PIN.
Die Ringstraße (Route 1)
Die Ringstraße umrundet das ganze Land und ist rund 1332 km lang. Ohne Pausen gefahren dauerte sie etwa 16 bis 18 Stunden, doch die meisten nehmen sich mindestens sieben bis zehn Tage Zeit.
- Die Straße ist überwiegend asphaltiert und vielerorts einspurig – fahre vorsichtig.
- Teile die Fahrt in überschaubare Etappen und halte für Wasserfälle, Strände und Orte unterwegs.
- Das allgemeine Tempolimit beträgt 90 km/h auf Asphalt, 80 auf Schotter und 50 in Ortschaften.
- Im Winter können Abschnitte wetterbedingt gesperrt sein; prüfe road.is und vedur.is.
Einspurige Brücken und Tunnel
Vielerorts gibt es einspurige Brücken, auf denen nur ein Auto zugleich passt – wer näher ist, hat Vorrang. Manche Tunnel sind mautpflichtig, zum Beispiel Vaðlaheiðargöng bei Akureyri; zahle die Gebühr fristgerecht online, um ein Bußgeld zu vermeiden.
Das Hochland und die Jahreszeiten
Die F-Straßen im Hochland öffnen nur im Hochsommer, oft von Juni oder Juli bis September, wenn der Schnee weg und die Flüsse passierbar sind. Außerhalb dieser Zeit sind Routen wie Landmannalaugar und Askja gesperrt. Prüfe die Öffnungstermine, bevor du planst.
Öffentliche Busse – Strætó
Strætó betreibt die öffentlichen Busse in Reykjavik und zwischen den Orten. In der Stadt ist der Service gut, auf dem Land jedoch begrenzt und selten, besonders im Winter. Plane sorgfältig und prüfe die Fahrpläne, wenn du auf den Bus angewiesen bist.
Inlandsflüge und Fähren
Um über große Entfernungen Zeit zu sparen, sind Inlandsflüge eine gute Wahl. Vom Stadtflughafen Reykjavik gibt es Flüge unter anderem nach Akureyri, Egilsstaðir und Ísafjörður. Das eignet sich gut, wenn du den Norden oder Osten besuchen willst, ohne die ganze Strecke zu fahren. Fähren verbinden zudem Inseln und Fjorde, etwa Herjólfur zu den Westmännerinseln und Baldur über den Breiðafjörður.
Geführte Touren und mehr
- Von Reykjavik aus gibt es unzählige geführte Tagestouren – Golden Circle, Südküste, Gletscher und Nordlichter – ideal ohne eigenes Auto.
- Radfahren passt zu Abenteuerlustigen, doch Wetter und Wind sind fordernd.
Vom Flughafen Keflavik in die Stadt
Der internationale Flughafen liegt in Keflavik, etwa 45 Minuten von Reykjavik entfernt. Am einfachsten nimmst du den Flybus oder einen auf die Flüge abgestimmten Linienbus – oder mietest direkt am Flughafen ein Auto. Die Busse halten an den größeren Hotels und am Busbahnhof BSÍ.
Fahren im Winter
Im Winter brauchst du Spikereifen, langsames Fahren und ständige Blicke auf road.is und vedur.is. Starte früh, um das Tageslicht zu nutzen und dein Ziel vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Halte dein Handy voll geladen und habe eine gute Reiseversicherung.
Parken und nützliche Apps
An beliebten Sehenswürdigkeiten wie Þingvellir und an vielen Wasserfällen wird eine Parkgebühr erhoben; mancherorts zahlst du an einem Automaten oder online, halte also eine Zahlkarte bereit. Lade eine Navigations-App herunter und speichere Karten offline, da der Handyempfang auf abgelegenen Strecken abbrechen kann. Lass dein Auto nie mitten auf der Straße stehen, um zu fotografieren – nutze die markierten Haltebuchten. Lies vor der Abfahrt den Mietvertrag genau: Prüfe, ob die Versicherung Schotter-, Sand- und Flussschäden abdeckt, und fotografiere das Auto, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden. Schließlich ist es klug, Eiskratzer, Abschleppseil und Decke im Auto zu haben, besonders außerhalb des Sommers, und immer nachzutanken, wenn der Tank halb leer ist.