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Islands verborgene Schätze: Orte abseits der Menschenmassen

Turistic · 18.06.2026

Der Golden Circle und Reynisfjara sind wunderbar, doch Island belohnt jene, die sich von den Reisebussen entfernen. Dies sind die Orte, an denen du durchatmen kannst — oft stundenlang, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Für viele Reisende werden gerade diese abgelegenen Winkel zur schönsten Erinnerung der ganzen Reise.

Die Westfjorde — Island wie früher

Die Westfjorde sind der abgelegenste Teil des Landes, der Verkehr ist gering. Manche Straßen sind kurvige Schotterpisten, doch die Landschaft ist ein Geschenk, das nur wenige zu sehen bekommen. Orte wie Ísafjörður und Patreksfjörður sind gute Stützpunkte mit Unterkunft, Kraftstoff und herzlichen Einheimischen.

  • Dynjandi — das Kronjuwel der Region, ein breiter, stufiger Wasserfall, der sich wie ein Brautschleier auffächert. Ein kurzer, steiler Pfad führt an mehreren kleineren Fällen vorbei nach oben.
  • Rauðasandur — ein endloser Strand aus rotgoldenem und rosafarbenem Sand, der mit Licht und Gezeiten die Farbe wechselt. Die Schotterstraße hinab ist steil, aber lohnend.
  • Hornstrandir — ein straßenloses Naturreservat, in dem der Polarfuchs herrscht, im Sommer nur per Boot ab Ísafjörður oder Norðurfjörður erreichbar. Es gibt keine Versorgung, du trägst alles selbst.

Die beste Zeit ist Juni bis September. Außerhalb davon sperrt der Schnee die hohen Pässe, und Entfernungen dauern viel länger, als die Karte vermuten lässt — nimm dir also reichlich Zeit.

Der Diamond Circle im Norden

Während der Golden Circle von Reisegruppen überquillt, bleibt der Diamond Circle rund um den Mývatn-See und Húsavík deutlich ruhiger. Von Húsavík aus kannst du zudem eine der besten Walbeobachtungstouren der Welt unternehmen.

  • Goðafoss — ein eleganter, hufeisenförmiger Wasserfall direkt an der Ringstraße.
  • Dettifoss — der gewaltigste Wasserfall Europas, donnernd und roh.
  • Ásbyrgi — eine hufeisenförmige Schlucht, ausgekleidet mit Birkenwald.
  • Mývatn — Vulkankrater, Pseudokrater und die Naturbäder, eine ruhigere Alternative zur Blauen Lagune.

Askja und das Hochland

Im Landesinneren liegt eine ganz andere Welt. Askja ist eine riesige Vulkancaldera mit Víti, einem milchigen Kratersee, in dem man baden kann. Erreichbar nur mit dem Geländewagen über F-Straßen, die meist erst von Mitte Juli bis September offen sind. Versuche es niemals mit einem Kleinwagen oder ohne Erfahrung — die Flussdurchquerungen können gefährlich sein, und es gibt weder Handyempfang noch Hilfe. Weitere Hochland-Juwelen sind Landmannalaugar mit seinen regenbogenfarbenen Rhyolithbergen und Kerlingarfjöll mit dampfenden Geothermalhängen.

Seyðisfjörður und Stuðlagil

Im Osten liegt Seyðisfjörður, ein farbenfrohes Künstlerstädtchen mit Regenbogenstraße und alten norwegischen Holzhäusern, zugleich Ankunftsort der Fähre vom europäischen Festland. Nicht weit entfernt ist Stuðlagil, eine spektakuläre Schlucht aus Basaltsäulen mit türkisfarbenem Gletscherwasser, die erst nach dem Bau eines Staudamms sichtbar wurde. Du kannst sie von beiden Ufern sehen — die Westseite erfordert etwa eine Stunde zu Fuß.

Baden in wilden heißen Quellen

Island ist voller natürlicher Badestellen, wenn man weiß, wo man suchen muss, und kaum etwas übertrifft ein Bad in warmem Wasser unter sternenklarem Himmel.

  • Reykjadalur — das "Dampftal" oberhalb von Hveragerði, wo ein warmer Fluss durch die Hügel fließt. Etwa eine Stunde hinaufwandern und sich einen Platz nach Temperatur suchen.
  • Winzige Becken wie Hrunalaug und Landbrotalaug — bitte behutsam mit dem empfindlichen Boden umgehen, keine Spuren hinterlassen und Privatland respektieren.

Vestrahorn und Stokksnes

Bei Höfn erhebt sich Vestrahorn, ein zerklüfteter Gipfel, der sich im schwarzen Sand von Stokksnes spiegelt. Einer der meistfotografierten Orte des Landes und doch seltsam still, besonders früh am Morgen. Am Café vor Ort wird eine kleine Gebühr entrichtet, die das Gebiet pflegt.

Praktische Tipps für die Reise

Nimm reichlich Kraftstoff mit, denn Tankstellen sind abseits der Hauptrouten selten. Prüfe den Straßenstatus auf vegagerdin.is und das Wetter auf vedur.is, bevor du aufbrichst, und hinterlege deinen Reiseplan bei safetravel.is. Respektiere stets die Natur — die markierten Wege, die Sperrungen und die Stille, die diese Orte so besonders machen. So bewahren wir diese Schätze für kommende Generationen.

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