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Isländische Küche — was man in Island essen sollte

Turistic · 18.06.2026

Die isländische Küche wächst aus einem rauen, schönen Land, in dem reines Wasser, klare Meere und Vulkane sowohl die Zutaten als auch die Zubereitung prägen. Jahrhundertelang mussten die Menschen Lebensmittel durch Räuchern, Salzen, Fermentieren und Trocknen haltbar machen, um lange, dunkle Winter zu überstehen. Heute leben diese Traditionen neben einer selbstbewussten modernen Restaurantkultur weiter, die auf Reinheit und regionalen Produkten aufbaut. Das sollten Sie unbedingt probieren.

Lamm — das Herz der Küche

Die isländischen Schafe streifen den ganzen Sommer frei durch das Hochland und fressen Gras, Beeren und wilde Kräuter. Das ergibt ein mildes, sauberes Fleisch, auf das die Isländer zu Recht stolz sind. Langsam gebratene Lammkeule ist das klassische Sonntagsessen.

  • Kjötsúpa — die isländische Lammsuppe aus Lamm, Wurzelgemüse, Kartoffeln und Gerste. Wärmt bei kaltem Wetter von innen.
  • Hangikjöt — geräuchertes Lamm, traditionell zu Weihnachten mit Béchamel, Kartoffeln und Erbsen serviert.

Meeresfrüchte aus klarem Wasser

Fisch war schon immer die Grundlage der Ernährung, und der Nordatlantik liefert einen der frischesten Fänge überhaupt.

  • Saibling und wilder Lachs aus Flüssen und Seen.
  • Kabeljau und Schellfisch — gebraten, gebacken oder als Plokkfiskur.
  • Humar — der isländische Kaisergranat, klein, aber herrlich süß, oft in Knoblauchbutter gegart. Der Ort Höfn ist dafür berühmt.
  • Plokkfiskur — ein heimeliger Eintopf aus gekochtem Fisch, Kartoffeln, Zwiebeln und heller Soße, serviert mit Roggenbrot.

Skyr und Backwaren

Skyr ist kein Joghurt, sondern ein weicher Frischkäse mit tausendjähriger Geschichte in Island. Dick, eiweißreich und leicht säuerlich, wird er meist mit Beeren und Sahne gegessen. Heute wird Skyr in die ganze Welt exportiert.

Rúgbrauð ist ein dunkles, dichtes, leicht süßes Roggenbrot. In Laugarvatn und anderswo wird es unterirdisch in der Erdwärme neben heißen Quellen gebacken — dann heißt es Hverabrauð, Geothermalbrot. Himmlisch mit Butter und geräucherter Forelle.

Für Mutige — Þorramatur

Mitten im Winter, im alten Monat Þorri, feiern die Isländer Þorrablót-Feste und servieren eine Platte traditioneller Konservierungsspeisen namens Þorramatur.

  • Hákarl — fermentierter Grönlandhai mit kräftigem Ammoniakgeschmack. Meist mit einem Schnaps Brennivín bewältigt.
  • Súrmatur — Widderhoden, Blutwurst und Sülze, in Molke gesäuert.
  • Harðfiskur — luftgetrockneter Kabeljau oder Schellfisch, in Streifen gerissen und mit Butter gegessen. Ein beliebter Snack das ganze Jahr über.

Brennivín, der mit Kümmel gewürzte isländische Schnaps mit dem Spitznamen „schwarzer Tod", ist die traditionelle Begleitung.

Der Hotdog und das Alltagsessen

Wenn Sie nur eine Sache probieren, dann den Pylsur — den isländischen Hotdog, hauptsächlich aus Lamm mit Rind und Schwein. „Mit allem" (með öllu) bestellt, kommt er mit gerösteten und rohen Zwiebeln, Remoulade, Ketchup und süßem braunem Senf. Der Stand Bæjarins Beztu Pylsur am Hafen von Reykjavík ist eine nationale Institution und verkauft seit 1937.

Gewächshäuser und reines Wasser

Dank Erdwärme ziehen die Isländer das ganze Jahr über Tomaten, Gurken, Paprika und sogar Erdbeeren in beleuchteten Gewächshäusern. Der Ort Hveragerði ist ganz darauf aufgebaut. Und vergessen Sie nie: Islands Leitungswasser gehört zu den saubersten der Welt, direkt aus der Quelle. Bitten Sie nie um Flaschenwasser.

Reykjavíks Gastroszene

Die Hauptstadt ist heute eine Hochburg der neuen nordischen Küche. Junge Köche verbinden alte Methoden — räuchern, fermentieren, pökeln — mit frischen Produkten und globalen Einflüssen. Von der Spitzengastronomie bis zum Street-Food-Markt isst man in Reykjavík mühelos gut. Guten Appetit!

Süßes und Kaffee

Isländer haben ein ausgeprägtes Faible für Süßes. Kleinur (verdrehte Schmalzgebäcke), pönnukökur (dünne Pfannkuchen mit Zucker und Sahne) und snúður (Zimtschnecken mit Schokoladenüberzug) füllen die Bäckereien im ganzen Land. Zu Weihnachten wird dünnes, kunstvoll geschnittenes Laufabrauð, das „Blattbrot", frittiert. Die Kaffeekultur ist tief verwurzelt: Isländer trinken sehr viel Kaffee, und Cafés sind soziale Treffpunkte, gerade in der Dunkelheit des Winters.

Wo man essen sollte

  • Probieren Sie einen Hotdog vom Stand, Plokkfiskur in einer altmodischen Gaststube und ein neunordisches Gericht in einem feinen Restaurant — alles an einem Tag in Reykjavík.
  • In Fischerorten wie Höfn und in den Westfjorden sind die Meeresfrüchte am frischesten, direkt aus dem Hafen.
  • Lassen Sie die Bäckerei am Morgen nicht aus — frisches Brot, eine Zimtschnecke und Kaffee sind der perfekte Start in einen isländischen Tag.

Die isländische Küche ist eine Geschichte des Einfallsreichtums: aus dem, was das Land bietet, etwas Köstliches zu machen. Genießen Sie sie mit offenem Sinn.

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